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Wegkreuz als Gemeinschaftsprojekt

Wir wissen es alle: Das Kreuz gehört zu unserem Leben - jeder hat seines zu tragen.
Wegkreuze wollen uns daher etwas sagen oder sind Anhaltspunkte für Wallfahrtswege. Ein solches ist auch in der Zöbinger Reihstraße gestanden, das leider alt und vermorscht sein Dasein fristete. Kurzerhand hat sich der Zöbinger Bauernbund entschlossen, dieses zu erneuern.
Es wurde ein überaus gelungenes Gemeinschaftsprojekt, denn der ortsansässige Künstler und Galerist Franz Stanislaus Mrvicka hat die verwitterte Bildtafel mit dem Gnadenbild von Maria Dreieichen detailgetreu wiederhergestellt, die Landjugend hat mit Tischlermeister Martin Öhlzelt das Holzkreuz angefertigt und der Bauernbund hat die Grundfestung betoniert.
So wurde dieses gelungene, kleine kunstvolle Werk bei der Segnungsfeier am Martinitag, dem 11. November 2018 mit 48 Zöbingerinnen und Zöbinger seiner Bestimmung übergeben. 

In Zöbing in der Reithstraße gibt es seit langem eine offizielle Haltestelle und bald eine zweite.
In der Nähe der Bushaltestelle stand seit vielen Jahrzehnten ein Holzkreuz als "Haltestelle" für einstige Pilger, die wahrscheinlich nach Maria Dreieichen gingen. Wer es damals errichten ließ und aus welchem Grund, weiß man leider nicht mehr.
Jetzt sticht ein neues Kreuz jenem ins Auge, der vorbeigeht oder -fährt, denn das alte vermorschte Kreuz musste entfernt werden. Was blieb, ist die Metalltafel...
... um die sich der in Zöbing lebende Künstler Franz Stanislav Mrkvicka liebevoll annahm.
In einer frohen Feierstunde wird dieses Zeichen am Wegesrand seiner Bestimmung übergeben.
Mit dabei auch die vorbildliche Jugend!
Ortsvorsteher Stadtrat Rudi Hoffmann führt an, dass dieses Kreuz ein Gemeinschaftsprojekt wurde.
Der Bauernbund wollte es neu errichten, fand in Franz Stanislav Mrvicka einen Idealisten, der die stark verwitterte Metalltafel restaurierte und die Zöbinger Landjugend stellte mit Tischlermeister Martin Öhlzelt das Holzkreuz her.
Das Projektfundament stammt vom Zöbinger Bauernbund.
Die interessierte Ortsbevölkerung feierte mit.
Das Wegkreuz könnte auch symbolisch die umliegende Umgebung ...
... und deren Bewohner beschützen.
Franz Stanislav Mrkvicka schloss aus den Restbeständen der nicht proportionstreuen Altmalerei, dass die Vorlag für die Pieta vom Hochaltar der Wallfahrtskirche Maria Dreicheichen war.

Historie:
„Um das Jahr 1656“ wurde der Legende nach vom Horner Kürschnermeister Mathias Weinberger (es soll sich um einen historisch nachweisbaren Mathias Weingartner handeln) auf dem Molderberg an der Straße von Horn nach Eggenburg an einer dreistämmigen Eiche ein wächsernes Vesperbild angebracht. Nach Zerstörung dieses Bildes durch einen Brand ließ der Horner Bürgermeister Sebastian Friedrich 1679 die Gnadenstatue nach dem Urbild in Holz erneuern. Da der Wallfahrtsstrom rasch zunahm, errichtete 1700 Graf Hoyos als Herrschaftsbesitzer eine Einsiedelei beim „Bründl“, um eine ständige Betreuung des Gnadenbildes sicherzustellen. Diese Einsiedelei bestand bis zur Aufhebung durch Kaiser Joseph II. im Jahr 1782.

F.S. Mrkvicka hat sich besonders gut vorbereitet. Bevor er begann, die Bildtafel zu restaurieren, kontaktierte er seinen Freund Dr.Conrad Lienhardt, Kunsthistoriker aus Linz, und den Prior des Stiftes Altenburg Pater Michael Hüttl. Und er besuchte auch Maria Dreieichen. "Bei meiner Darstellung der gefassten Schnitzerei halte ich mich im Wesentlichen an das Vorbild. Die verwendeten Farbmischungen stellte ich aus den vielfältigen Pigmenten meines Ateliers individuell her. Anstelle des nicht ansehnlichen Sockels, der wohl getrennt vom Schnitzwerk hergestellt ist, wählte ich eine monochrome geometrische Farbfläche. Im Bildhintergrund deute ich in reduzierter Form 'drei Eichen' an."
Er übergibt seine Arbeit der Stadt Langenlois und dem Ort Zöbing als Geschenk.

Das freut die Zöbinger ganz besonders, die den interessanten Ausführungen folgen.
Vom Zöbinger Vikar Mag. Josef Prusek kommen in der Segnungsfeier ein paar Gedanken über kleine und große Kreuze in unserem Leben vor. Ein Kreuz erinnert vor allem an den letzten Lebenstag Jesu.
Auch wir Menschen müssen tagtäglich kleine und große Kreuze tragen. Die Frage nach dem "warum gerade ich" bringt nichts. Das Kreuz annehmen, auch wenn es noch so schwer ist, und im Glauben wachsen, wäre seine Anregung an die Gläubigen.
Mit einem Segensgebet...
... endet der offizielle Teil dieser Andachtsfeier.
Manche kleinen Bürger werden schon müde :-)
"Freude ist die einfachste Form der Dankbarkeit." (Karl Barth, schweiz. Theologe).
Und dankbar sind die Zöbinger dem Künstler für dieses gelungene Werk und sein uneigennütziges Engagement ...
... aber Zöbing kann auch auf seine Jugend stolz sein, die immer da ist, wenn man sie braucht.
Applaus für alle, die an diesem neuen Wegkreuz mitgearbeitet haben.
Fotos für das Vereinsarchiv und für die Presse sind wichtig!
In Zöbing wurde wieder ein gemeinsames Projekt verwirklicht, ein Kreuz kann daher auch als Symbol für das Miteinander verstanden werden.
Möglicherweise denkt man vor diesem Kreuz an das Sprichwort: "Andrer Leute Kreuz lehrt das eigne tragen."
Zum Wohl auf alles Gute!
Und weil heute auch das Fest des Heiligen Martins gefeiert wird, dankt man dem Tischlermeister Martin Öhlzelt nicht nur für die Tischlerarbeiten fürs Kreuz und Martin Schierer für die Weinspende, sondern gratuliert auch beiden zum heutigen Namenstag.
Zöbing ist immer einen Stopp wert :-)!


Fotos: Ulli Paur


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