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Verein RUGUS holt Wappenfresken zurück

Der Schilterner Verein RuGuS (Institut für Regionalraumkultur und Geschichte um Schiltern) macht einmal mehr auf sich aufmerksam. Die Vereinsführung erzählte am Freitag, dem 15. Februar 2019, im Schloss Schiltern die Jahrzehnte lang dauernde Reise von zwei Wappenfresken, die schlussendlich wohlbehalten und fein restauriert dort bei einer kleinen Feierstunde enthüllt wurden. Dabei erfuhren die Zuhörer, wie der Zufall Regie führte und welch abenteuerlichen Geschichten der Restaurator dabei erlebte.

Aus der Serie "Geschichten, die das Leben schreibt..."
Für RuGuS-Obmann Mag. Alois Huber ist es heute ein besonderer Tag.
Gemeinsam mit seinen besonders engagierten Vereinsfreunden Dipl.Ing. Gustav Lehmerhofer und Johann Böhm durfte er zwei Wappenfresken enthüllen, die es eigentlich schon seit 1703 im Schloss Schiltern gibt.
Karl Hackelberger (gestorben 1710) erwarb im Jahre 1678 die Herrschaft Schiltern. Nach seiner Erhebung in den Herrenstand als "Freiherr von Hackelberg" heiratete er in zweiter Ehe im Jahre 1703 Rebecca Regina von Oedt. Sein Wappen wurde mit ...
... dem seiner Frau an zwei Stellen der Schlossfassade angebracht.
Früher zierten sie den Südtrakt, der jedoch im Jahre 1989 abgerissen wurde.
Dipl.Ing. Gustav Lehmerhofer stieß eigentlich durch Zufall auf die renovierten Fresken. Er recherchierte im Zuge seiner Geschichtsforschung über Schiltern und war auf der Suche nach dem Schloss Aichelburg, das sich im Kärntner Gailtal bei St. Stepan befand. Der dort noch lebende Georg Aichelburg-Rumerskirch (Enkel des letzten Schlossbesitzers von Schiltern) hat ihm von den Schilterner Fresken informiert, die ihm angeboten wurden. So knüpfte Rugus 2014 dann den Kontakt mit Restaurator Lux.
Ernst Lux (Restaurierung von Architekturoberflächen und Wandmalerei und allgemein beeideter gerichtlich zertifizierter Sachverständiger) wurde im Sommer 1989 kurzfristig vom Bundesdenkmalamt aufgefordert, um eine "heikle Angelegenheit" zu erledigen. Für ihn entwickelte sich dieser spontane Auftrag zu einer wahrlich komplizierte Situation, da er es laut eigenen Angaben mit schwierigen Entscheidungsträgern zu tun hatte und keiner die Kosten für die Freskenrestaurierung übernehmen wollte.
Er hatte zwar den Auftrag des Bundesdenkmalamtes, der kurzfristig vor den Abbrucharbeiten erledigt werden musste, ausgeführt, dann aber entpuppte sich dieser Fall als eine "unendliche Geschichte."
Es behinderten den Restaurator nicht nur starke Regenfälle bei der Freskenabnahme - Ernst Lux musste sich auch mit dem Auftraggeber und den Schlossbesitzern herumstreiten, wer die Restaurierungskosten überhaupt übernimmt. Diese Frage ist auch nach 30 Jahren nicht geklärt.
Obwohl der Restaurator eine wirkliche Odyssee erlebte, musste man über seine Ausführungen schlussendlich doch schmunzeln.
Bevor Restaurator Lux in Pension ging und seine Lager aufließ, wollte er eben diese beiden Fresken, für die sich eigentlich keiner mehr zuständig fühlte, entsorgen, hat sie aber vorher noch dem Kärntner Georg Aichelburg angeboten, der ja mit quasi mit dem Schilterner Schloss "verwandtschaftlich" verbunden war. Dieser informierte dann Dipl.Ing. Lehmerhofer und so nahm das Freskenschicksal doch noch seinen guten Abschluss. Laut Bescheid des Bundesdenkmalamtes sind diese Fresken ja auch wieder im Schloss zu montieren und öffentlich zugänglich zu machen. Diese Auflage wurde mit heutigem Tag Dank des Engagements von RuGuS erfüllt.
Ein dreihundert Jahre altes Stück Geschichte mit insgesamt 100 Kilo (eigentlich sind es ja zwei) - ist wieder nach Schiltern in Form von zwei Wappenfresken zurückgekehrt.
Darüber freuen sich (von links nach rechts): Restaurator Ernst Lux, Tamara Jahrl-Puchinger vom Psychosozialen Zentrum, DI Gustav Lehmerhofer, Mag. Alois Huber und Johann Böhm vom Verein RuGuS und Bürgermeister Mag. Harald Leopold.



Nachdem die Bezahlung der Restaurierungsarbeiten noch immer nicht restlos geklärt ist, versucht der Verein, die noch fehlenden Kosten von 2.400 Euro aufzubringen und freut sich über Spenden auf das Vereinskonto "Institut für Regionalraum", IBAN: AT38 3243 6000 0008 0689.

Fotos: Ulli Paur


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