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Sprachakrobaten in Langenlois

"Welcome to poetry slam!"

Zu einem besonderen Literaturabend lud Wolfgang Kühn von DUM - Das Ultimative Magazin, am Mittwoch, dem 13. November 2019, ins Kino im vierzigerhof ein.
Dort haben DUM-Kolumnistin Anna Lena Obermoser, Mieze Medusa und Markus Köhle die Welt mit Worten genial auf den Kopf gestellt - fast burgtheaterreif!
Als Zuhörer ist man jedes Mal aufs Neue begeistert, dass man derartig viele gute, tiefsinnige, selbst getextete Geschichten und Gedanken mit besonderer Sprachmelodie, meist auswendig, vortragen kann.
"Mah, des woar so sche", um bei den Worten der jungen Oberpinzgauerin Anna Lena zu bleiben.
Was gute Slamtexte sind, weiß man spätestens nach diesem Abend!
Die Quintessenz daraus: "Man siacht und heart so vü schene Sochn, waun mas sehen und hearn wü!"
Nur schade, dass es nicht alle gehört haben.

Die Kulturwochen des Langenloiser Herbstes gehen in die nächste Runde - täglich wird Hochkarätiges geboten.
Heute sind die Schön-, Schnell- und Sinnsprecher an der Reihe, die Wolfgang Kühn zu "Literatur im Kino" eingeladen hat: Markus Köhle, Anna Lena Obermoser und Mieze Medusa - allesamt Größen in der österreichischen Slam Poetry Szene.
Die Texte der Autoren findet man nicht nur in deren eigenen Werken, sondern in der Zeitschrift DUM - Das Ultimative Magazin.
Hier wird gerade eine Buchpassage besprochen, die für Kultur Langenlois und zur Operette perfekt passen würde :-)
Mieze Medusa ist Pionierin der österreichischen Poetry Slam Szene, schreibt Romane und ist Frontfrau der HipHop-Band mieze medusa & tenderboy.
Ebenfalls ganz erfolgreich: Anna-Lena Obermoser, die Oberpinzgauerin (oder Salzburgtirolerin), die in Graz lebt, überzeugt die Gäste mit ihrem "wunderscheanen Dialekt".
Die ersten Besucher, die sogar extra aus Horn angereist sind, haben sich ihr Platzerl gesichert und warten ganz gespannt auf die wortgewaltige Stunde.
Erfolgreicher Neo-Kabarettist Andi Nastl beim Smalltalk mit Mieze Medusa, die er schon lange kennt und die auch schon zum dritten Mal in Langenlois auftritt.
Der heutige Abend steht unter dem Motto: Welcome, slam Poetry! Wolfgang Kühn als Veranstalter begrüßt die Protagonisten und die Gäste. Lesungen, Slamperformance und Kurzvideos sind im heutigen Programm vorgesehen.
Markus Köhle ist DUM-Redaktionsmitglied, Sprachinstallateur und "Papa Slam Österreichs". Ihm ist es eine große Freude und Ehre, die 31. Literatur im Kino-Veranstaltung bestreiten zu dürfen. Die Drei haben sich auch ein gefinkeltes Konzept überlegt, denn sie werden drei Mal 31 Minuten Programm machen. Das Ziel des Abends ist, zumindest eine Person zumindest geistig und körperlich zu bewegen und das hat er bereits bei der herzerwärmenden Anmoderation im kühlen Kino erreicht :-)
Das erste Wort hat die DUM-Kolumnistin Anna Lena Obermoser, die vor Optimismus sprüht. "Heit in da Friah bin i munta worn und daun hon i mi gfreit, dass i schnaufn ko, denn i hob mei Leben volle gern" und sie fragt sich und das Publikum in ihrer ersten Geschichte: "Is net schen, is net sche, wia brutal sche dos is?". Ma siacht so vü schens Zeig, wenn ma si bemüht. Man siacht und heart so vü schene Sochn, waun mas sehen und hearn wü!"
Eine etwas düsterere Situation schildert wortgewandt Mieze Medusas in ihrer ersten Geschichte. Diese ist ein Tatsachenbericht aus einem Bahnhof nächst Horn, wo sie zwei frustrierte Damen beobachtet hat, die wie sie auf einen Zug warten, der nicht kommt.
Markus Köhle rezitiert aus seinem Buch, das er gemeinsam mit der Fotografin Claudia Rohrauer gestaltet hat. Spannende Texte zu besonderen Fotos gab es da zu hören und zu sehen.
Perfekte Anleitungen, wie man Liebesbriefe schreiben könnte, gab Mieze Medusa, die ja bekanntlich mit Markus Köhle verheiratet ist.
Er mixt auch Sprachen und wenn man einen Slam nicht versteht, gilt die Grundregel: "If you don't understand the poem, feel it (oder read it später im Buch, das es zu kaufen gibt :-)!"
Auch sein Text mit dem Titel "Smartgmpf oder Sprache to go oder alles im flow" macht nachdenklich, als er mit Sprachblüten der Jugend einen Kranz flocht. Sprache ist um Wandel und permanent im Fluss, daher gibt es für Sprache immer nur ein vorübergehendes Muss. Das fällt ihm zur heutigen Sprache der Jugend ein, wo es vielleicht heißt: "Gemma vierzigerhof, gemma Langenlois oder ich mach dich Duden!"
Was würde wohl Novalis dazu sagen, der den Standpunkt vertrat: Sprache ist der Ausdruck des Geistes :-)
Das Publikum wird nicht müde, ihre Texte zu hören. Die nächsten zwei Texte sind vom Herbst inspiriert, nachdem auch Markus oben die Blätter fallen ließ :-)
"Wenn du mi frogst, ob...."
Zwischen den Liveauftritten gab es immer kurze Video-Clips mit Poetry-Slam-Inhalten.
Zum Beispiel entführte der nächste ins warme Griechenland.
Alles, was Wasser hergibt, erfuhr man im nächsten Videoclip.
Sprache kann mehr und geht wie das Meer nicht unter, sondern über. Sprache hat Kraft, Tiefe und Wellen, Sprache hat allerdings wie das Meer auch seichte Stellen. Viele sprachsurfen gern an der Oberfläche...
Das Publikum durfte sich auch eine Geschichte aussuchen - die Auswahl fiel auf das "Schimpfgedicht", obwohl Mieze Medusa Menschen mag, wünschte sie dem einen oder anderen spezielle Situationen :-)
Dem Mond, der bei der Glastüre reinschaute, widmet Markus Köhle spontan auch gute Worte.
Nach der Abmoderation und dem Schlussapplaus geht es fürs Publikum zum Bücher- und dieses Mal auch zum USB-Tisch. Texte werden dort in mehrfacher Form zum Mitnachhausenehmen angeboten.
Den frohen Gesichtern kann man entnehmen, dass es trotz überschaubarem Publikum, nicht immer ganz funktionierender Technik und Heizung, ein gelungener Abend war. Gratulation zur dieser Wortgewalt und -akrobatik.
Viele "Wortschatzfunde" der drei Autoren sind empfehlenswert.
Und weil gerade jetzt die Abende länger werden, sind Bücher wohl die idealen Begleiter dazu.
Hier präsentiert sich das Redaktionsteam der Literaturzeitschrift DUM. Wolfgang Kühn, Anna Lena Obermoser, Martin Heidl und Markus Köhle.


Mehr Infos über DUM und die interessante Zeitschrift, die man bestellen kann: www.dum.at

Fotos: Ulli Paur


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