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Musikalische Reise der Liedertafel

"Es schwinden jedes Kummers Falten, solang des Liedes Zauber walten", so Friedrich Schiller.
Ein Motto der Liedertafel Langenlois, die sich seit unglaublichen 159 Jahren dem Chorgesang verschrieben hat.
Am 29. Mai 2019 trat der bekannte Klangkörper erstmals mit einer Chorleiterin auf. Mag. Andrea Haslinger, mit Herz und Seele Vollblutmusikerin, bringt neuen Schwung in die Sängerreihen.
Alle Chormitglieder überzeugten beim Frühlingskonzert in der Gartenbauschule und reisten mit den vielen Zuhörern quer durch Zeiten, Länder und Stile. Das Publikum war von der musikalischen Zeitreise durch Europa begeistert.
11 Männer und 19 Sängerinnen hatten die 14 musikalischen Programmpunkte bestens geprobt.
Lisi Schwarz war mit ihrer perfekten und kurzweiligen Moderation eine sehr gute Reiseleiterin!
Gratulation an alle zum gelungenen Abend!
Man hörte nicht nur Bekanntes, sondern auch anspruchsvolle neue Werke und sah auch neue Gesichter im Chor.

Geregnet hat es im Mai genug und der Himmel ist auch heute noch grau...
... aber im Festsaal der Gartenbauschule scheint schon die musikalische Sonne.
Während sich Lisi Schwarz im Garten noch auf ihre Moderation vorbereitet...
... herrscht im Festsaal schon reges Treiben und man freut sich auf eine hörenswerte Stunde, so wie Stadträtin Birgit Meinhard und Kom.Rat Gerhard Korinek.
Vielleicht herrscht bei diesen Damen schon leichtes Lampenfieber :-)
Der Tenor im Vordergrund nimmt es lockerer :-)
Viele Fans der Liedertafel Langenlois sind gekommen...
... weil sie es schätzen, dass man schon knappe 160 Jahre das Kulturgut Musik, insbesondere das Lied, in Ehren hält und für alle zugänglich macht.
Das Publikum füllt den Saal der Gartenbauschule und wartet gespannt auf den Auftritt des Chores.
Obfrau Monika Schwarz freut sich über den zahlreichen Besuch - sie begrüßt die Gäste herzlich.
Ein gespanntes Publikum deshalb, weil erstmals eine Frau als Chorleiterin vor den Sängerinnen und Sängern steht.
Los geht's mit Fuß auf Fuß: Bringt man nämlich den Fuß einer angeschlagenen Stimmgabel in Kontakt mit einem Resonanzkörper wie einer Tischplatte oder gar dem Schädelknochen, so wird der erzeugte Ton verstärkt und ist viel deutlicher zu hören.
A, a, a, a - jede Stimmlage bekommt ihren Ton serviert :-)
"Und wann i am Sauberg draußt steh und auf mei liabs Lois eini seh...
... da wird ma ums Herz gar so warm, denn i bin in dem Stadtl dahaom. So liabli liegts drinnen im Tal, i griaß die mei Lois, tausend Mal und miaßt i amol for von dir, mei Herz, des zerbrechat ma schier."
Mit dieser musikalischen Liebeserklärung (Text und Melodie Edeltraud Meisl, Chorsatz Norbert Gerhold) begrüßt der Chor die Gäste.
Lisi Schwarz als "Reiseleiterin" und Moderatorin des Abends lädt zu einer musikalischen Reise durch Zeit, Raum und Stil ein.
Die neue Chorleiterin wollte das Repertoire der Liedertafel kennenlernen und die Sängerinnen und Sänger bei den Proben ein wenig testen. Dabei stellte sie sich die Frage: "Was kann man aus einem Chor herausholen, der sein 159 Jahren besteht?"
Herausgekommen ist ein buntes, musikalisches Allerlei, das aufzeigt, wie vielfältig Chormusik sein kann!
Weiter geht es mit einem bekannten Kärntnerlied von Gretl Komposch. Sie beschreibt in Wort und Meldodie das Phänomen Zeit und alle möchten musikalisch "Das Radl der Zeit a klans bissl hintadrahn".
Die musikalische Reise führt nun in das große Zeitalter der Chormusik - die Renaissance. In dieser musikalischen Epoche liebte man die gesungene Musik vor allem mit instrumentaler Begleitung.
Auch das ist für Andrea Haslinger kein Problem. Immerhin unterrichtet sie seit vielen Jahren Musik im BORG Krems, war Kapellmeisterin in Engabrunn und spielt einige Instrumente. Also greift sie heute auch in die Tasten...
Die weltlichen Lieder wollten sich damals von der hohen geistlichen Chormusik abgrenzen. Dabei wurde aufgezeigt, dass die Menschen damals Humor hatten und vor allem sich selbst gerne "auf die Schaufel" nahmen. Ein typisches Beispiel dieses Genres ist das Lied "Der Floh" von Erasmus Widmann, einem deutschen Komponisten und Organisten, der gerne über musikalische Viechereien geschrieben hat. In diesem Lied berichtet er über ein typisches Übel dieser Zeit und vor allem davon, wie sehr dieses unbeliebte Insekt den Frauen der damaligen Zeit zugesetzt hat.
"Es ist ein Tierlein auf der Welt, hält sich gar gern zu'n Weiben. Es beißt und stich, es hilft auch nicht, wenn man sich fest tut reiben." Dieses nicht ganz einfach zu singende Lied ist gelungen und...
... hatte die Lacher auf seiner Seite, denn ein Floh, der beißt und stich, er zwickt und pickt, er stupst und hupft, er kreucht und weicht, er kitzelt und er bitzelt, er zappelt und er krabbelt. Die Maidlein und die Weiblein nicht sicher vor ihm bleiben.
Geplant war ja das Konzert open air im Salzerhof der Familie Renner. Der Wettergott spielte aber nicht mit und es tut auch der Stimmung keinen Abbruch. Andi Renner hört auch hier aufmerksam zu: Nach der Renaissance folgt die Barock-Epoche - prunkvolle Bauten wie Schloss Schönbrunn, das Stift Göttweig und viele mehr erinnern daran. Alles ist wuchtig, großartig, mathematisch durchplant und genau durchstrukturiert. Das barocke musikalische Beispiel ist ein großartiges, mächtiges Halleluja eines eher unbekannten Komponisten, ganz im Stile eines Georg Friedrich Händels komponiert von Nick H. Molk: Der Herr ist groß!
"Der Herr ist groß, der Herr ist groß. So jauchzen Himmel und Erde. Lobe den Herrn meine Seele..:"
Ein wirklich imposantes Chorstück.
Vieles gäbe es noch zu den gut ausgewählten Liedern zu sagen - gesungen wurden noch das Ave Verum (Mozart), ein Frühlingslied, schwungvolles von Elton John, Im Langenloiser Wein liegt Sonne drin, The drunken sailor, Yesterday (Beatles), Only Time (Enya), An Irish Blessing und Unser Dorf.
Nachdenklich kehrt die Liedertafel wieder in die Heimat zurück. Zum Schluss gab es das Lied der Gruppe "stoahoart und bazwoach". "Unser Dorf" wurde von Isolde Kerndl geschrieben und von Johannes Teuschl vertont. "Unser Dorf wird allwei größer, oder kimmts nur mir aso via. ja denn da Weg wird, scheint's ma weiter von meiner bis zu deiner Tür. Unser Dorf wird allwei jünger, wiakli wahr, des kunnt aso sein, ja weil die Alten haben ma obgschobn, auße in a Altersheim. Unser Dorf wird allwei laarer, trotz de neichn Häuseln dort, ja denn a jeder is alloani, oder mocht si hoamli furt. Unser Dorf wird allwei stiller, weil zum Redn is net Zeit, es is a Floigen und a Renna, net amoi griaßn toan de Leit. Unser Dorf wird allwei liachter, trotzdem kann i di net segn, ja müaßat gschwind beim Gang in d'Mettn heurigs Jahr a Wunder gschegn."
Verdienter Applaus am Ende einer kurzweiligen Musikstunde der Liedertafel Langenlois.
Mag. Andrea Haslinger hat ihre Feuertaufe als Chorleiterin mit ihrem musikalischen Team bestanden.
Auch die Zugabe wurde erfüllt und beklatscht.
Viel zu schnell ist das Konzert vergangen, aber das Radl der Zeit kann man nicht anhalten und schon gar nicht zurückdrehen.
Es folgt der gemütliche Teil, auch für die Gemeindepolitikerinnen Kulturstadträtin Mag. Brigitte Reiter, Stadträtin Birgit Meinhard und Gemeinderätin Renate Proschinger.
In der Pause trifft man dann ehemalige Liedertafelsängerinnen...
... oder solche, die wieder eingestiegen sind, wie Christine Renner (rechts), die vielleicht eine "Ehemalige" wieder überredet, mitzusingen :-)
Möglicherweise steigt auch dieser Herr links wieder ins Chorgeschehen ein, denn auch Mag. Stephan Öhlzelt hat es einst dort gefallen, wo er jahrelang den Tenor stimmlich unterstützte und am Klavier begleitete.
Wie auch immer: "Singe, wem Gesang gegeben!". Jede/r Sangesfreudige/r ist herzlich eingeladen, jeden Montag um 20 Uhr zur Chorprobe ins Musikheim Langenlois, Kaserngasse 4, zu kommen. Singen ist nämlich wirklich ein bereicherndes Hobby.
"In Langenlois wächst auf den Hügeln der Wein, und drunten im Städtchen da schenkt man ihn ein, den Weißen, den Roten, die Farbe ist gleich, der Wein macht uns glücklich, der Wein macht uns reich. Wir rücken zusammen und singen ein Lied, die Gläser erklingen und alles singt mit...."
Die Haslingers und die Gallauners haben an die 50 Jahre im Chor mitgesungen, jetzt sind sie begeisterte Zuhörer und kennen natürlich auch das Langenlois-Lied.
"Glück ist nichts Äußeres, sondern ein leises Singen der Seele" / Zenta Maurina
Bravo, Liedertafel Langenlois!
Die Stimmgabel - fast gebogen wie ein Hufeisen - brachte Glück.
Sicherlich auch das nächste Mal, wenn zur "Langenloiser Vielfalt" am 17. November 2019 wieder in den Festsaal der Gartenbauschule eingeladen wird.



Fotos: Ulli Paur


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