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Marienkapelle Mittelberg - ein Schmuckstück

Mittelberg gehört mit 208 Einwohnern nach Reith zur zweitkleinsten Katastralgemeinde von Langenlois.
Trotzdem lässt diese Ortschaft am Berg einmal mehr aufhorchen. Dort gibt es seit dem Vorjahr nicht nur eine wunderschön renovierte Pfarrkirche, die dem Hl. Wolfgang geweiht ist. Es ziert seit Jahrzehnten eine Marienkapelle den Ort. Siebzig Jahre ist es her, dass sie von Kriegsheimkehrern erbaut wurde.
Jetzt gibt es mit der neu renovierten Marienkapelle einen wunderschönen Kraftplatz, die am Sonntag, dem 4. Oktober 2020 im Mittelpunkt eines kleinen Festakt stand.
Mitten in den Weinbergen steht sie an einer besonderen Stelle mit einem besonderen Blick ins Land, in die Natur, in die Schöpfung und in den Himmel. Der Dorferneuerungsverein Mittelberg hat sich um dieses 70 Jahre alte, kleine, in die Jahre gekommene christliche Kleinod angenommen. Zum "Geburtstag" gab's als besonderes Geschenk noch eine Glocke aus der Ortschaft Reith, die geweiht wurde.

Der Herbst hat über den idyllisch gelegener Weinort Mittelberg an diesem Sonntag sein schönstes Blau und Gelb geworfen.
M wie Mittelberg oder doch M wie Marienkapelle? Diese Krone am Altartuch stellt auf alle Fälle beides dar.
Die Marienkapelle steht im Mittelpunkt des Sonntag-Nachmittags. Frisch renoviert wird sie samt neuem Glockenstuhl gesegnet.
Oktober zieht sein buntes Band als Steckbrief übers ganze Land - so auch in Mittelberg.
Schön langsam sollten die Engerl in der frisch renovierten Kapelle munter werden, wenn sie den Festakt nicht versäumen wollen :-)
Alles steht bereit für die Feierstunde - sowohl das Weihwasser, als auch der Wein für die anschließende Agape.
Die rege Teilnahme beweist, dass es den Mittelbergern wichtig ist, etwas Schönes gemeinsam zu feiern.
Keine Feier ohne Musik. Das Kamptal-Blech sorgt für die feierliche Umrahmung des Festaktes.
Pastoralassistent Johannes Leitner und Stadtpfarrer Mag. Jacek Zelek als eingespieltes Pfarrteam freuen sich über die gelungenen Restaurierungsarbeiten.
Noch zwei, die froh sind, dass ein Projekt zur Zufriedenheit aller abgeschlossen werden konnte: Ortsvorsteher Ing. Christian Kittenberger und Stadtamtsdirektor Karl Brunner.
Da die Sanierung dieses kleinen Gotteshauses über die NÖ Dorferneuerung gefördert wird, begrüßen die Mittelberger die zuständige Projektbegleiterin Dipl.Ing. Lieselotte Jilka und Ortsvorsteher Robert Schäfer, der den Mittelbergern ein besonderes Geschenk gemacht hat...
Reith als kleinster Ort in der Stadtgemeinde Langenlois hatte einst zwei Kapellen. Jene im oberen Ort gibt es schon lange nicht mehr, wohl aber eine Marien-Glocke aus dem kleinen Dorfkirchlein. Weil man für diese in Reith keine Verwendung mehr hatte, überließ man sie den Mittelbergern, die ihre Marienkapelle jetzt mit einem Glockenturm aufwerteten.
Groß und Klein warten gespannt auf's erste Läuten.
Und weil am 4. Oktober auch der Welttierschutztag gefeiert wird, hat auch ein Grashüpfer am Bankerl vor der Kirche Platz genommen.
Draußen hat wohl der Herrgott seine Scheinwerfer genau auf Mittelberg gestellt...
... im Kapelleninneren strahlen die Kerzen mit der Herbstsonne um die Wette.
Ludwig Gruber, Obmann des Dorferneuerungsvereines, freut sich, dass so viele Gäste gekommen sind, die bei diesem wunderschönen Wetter an der Feier im Freien teilnehmen.
Wer beten will, der richte sich eine Kapelle in seinem Herzen ein oder kommt nach Mittelberg zur Marienkapelle.
Bürgermeister Mag. Harald LEOPOLD gratuliert zur gelungenen Renovierung, wenngleich er bemerkt, dass in diesem Fall die Stadtpolitik über die Projektausführung noch in diesem Jahr ein bisschen überrascht wurde. Zu "verdanken" ist das dem eifrigen Projektleiter Hannes Leitner und StADir. Karl Brunner, die somit anlässlich des 70. Geburtstages dieses Bauwerkes ein renoviertes Haus der Bevölkerung übergeben können. Bemerkenswerte Projekte konnten in Mittelberg in den letzten Jahren im Rahmen der Dorferneuerung abgeschlossen werden: Begegnungsplatz, Sportplatz, Bushaltestelle.
Derzeit wird auch der Dorfbrunnen saniert und das ist in Zeiten von Corona, wo auch die Gemeindebudgets arg in Mitleidenschaft gezogen werden, keine Selbstverständlichkeit. Er weist daher auch immer wieder darauf hin, dass in derartigen Projekten wertvolle EU-Förderungen enthalten sind. Abschließend bedankt er sich bei allen ehrenamtlichen Helfern und den Professionisten, die zum Gelingen beigetragen haben.
Dem Mittelberger Johannes Leitner ist diese Kapelle immer schon ein Anliegen gewesen. Daher hat er sich gerne als Projektleiter zur Verfügung gestellt und erklärt dem Bürgermeister den Grund dieser schnellen Sanierungsaktion: Die Kapelle feiert am 7. Oktober 2020 ihren 70. Geburtstag und sollte daher zum Festtag fertig sein. Erbaut wurde sie 1949 von den Kriegsheimkehrern, die Idee dazu hatte der damalige Pfarrer Hödlmayer. Am 7. Oktober 1950 wurde diese Kapelle am Rosenkranzfest eingeweiht.
Die 70 Jahre waren dem Bauwerk förmlich ins Gesicht geschrieben. Bei der Generalsanierung wurde die Fassade, der Dachstuhl samt Deckung, die Eingangssäulen erneuert und der Altar renoviert, der bereits aus der Jahrhundertwende (19. auf 20. Jhdt.) stammt. Neu ist der Glockenturm mit der alten Marienglocke einer längst aufgelassenen Kapelle in Oberreith. Sie wurde 1947 vom Glockengießer Pfundner aus Wien mit der Inschrift "Hl. Maria schütze uns - Oberreith 1947" hergestellt. Nachdem diese Glocke jetzt in der "oberen Reith" der Mittelberger Kellergasse an einem würdigen Ort hängt, kann hier eine passende Verbindung hergestellt werden. Zirka 30.000 Euro gilt es zu finanzieren. Er bedankt sich bei allen, die diese Kosten tragen: Maximal 10.000 Euro übernimmt die Stadtgemeinde Langenlois, 10.000 Euro die NÖ Dorferneuerung und 10.000 Euro der Dorferneuerungsverein Mittelberg gemeinsam mit der Pfarre.
Möglich wurde diese gelungene Renovierung nur dadurch, weil sich Freiwillige in den Dienst der guten Sache gestellt haben. 332 Stunden wurden dabei von 16 Personen geleistet. Die Kapelle trägt aber zum Großteil die Handschrift von Andi Fuchs und Herbert Endl, die vor den Vorhang geholt und mit Wein und Applaus bedankt wurden.
Gedankt wurde auch den Professionisten, wie zu Beispiel der Firma Kienastberger, die für den Dachstuhl, den Glockenturm und die neue Eindeckung verantwortlich zeichnete. Herzlichen Dank an Manfred Reidinger.
Abschließend gilt ein besonderer Dank zwei engagierten Mittelbergern.
Burgi und Josef Gruber hegen und pflegen seit knapp zehn Jahren die Rosenkranzkapelle - egal ob Mäharbeiten, Blumenschmuck oder Reinigung. Mit einem Blumengruß und einer Dankesurkunde von Bischof Dr. Alois Schwarz werden sie ausgezeichnet.
Die Rosenkranzkapelle in Mittelberg wurde aus einem besonderen Anlass an einem besonderen Ort mit einem besonderen Blick ins Land, in die Natur, in die Schöpfung und in den Himmel gebaut. Jeder ist eingeladen, hier zu rasten, zu beten und die Ruhe zu "atmen".
Stadtpfarrer Mag. Jacek Zelek stellt eingangs fest, dass eine Trennung zwischen Staat und Kirche eine Illusion ist. Die Zusammenarbeit zwischen Pfarre und Gemeinde bei diesem Projekt beweist das.
In seiner geschichtlich-spirituellen Einleitung weist er darauf hin, dass auch Glocken dem Krieg zum Opfer gefallen sind. 1942 wurden alle Kirchen verpflichtet, die Glocken für Kriegszwecke abzugeben. In Mittelberg ist die Glocke daher sehr tief mit der Kapelle verbunden, die von Kriegsheimkehrern erbaut wurde. Campana wäre die lateinische Bezeichnung für Glocke - er freut sich daher, dass dieser Ort jetzt einen "Campanile" hat, der diese Glocke trägt, die eine religiöse Bestimmung hat.
Nachdem der Theologe Dietrich Bonhoeffer ein Zeuge dieser schlimmen Kriegszeit war, hinterfragt er abschließend mit dessen Worten: "In welchem Raum und welcher Zeit leben wir?" Die Menschheit benimmt sich zum Beispiel in einer Kirche oder Kapelle etwas anders als in einem Einkaufszentrum. Was verbindet uns mit heiligen Orten? Was suchen wir an einem heiligen Ort? Die Glocken weisen auf eine heilige Zeit hin.
Bonhoeffer kam in seiner Schriftreihe "Widerstand und Ergebung" auch zur Überzeugung, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Er glaubte auch, dass Gott jedem Menschen in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben wird, wie er braucht. Aber er gibt sie nicht im Voraus, dass wir uns nicht auf uns selbst, sondern auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst für die Zukunft überwunden sein. Gott ist seiner Meinung nach auch kein zeitloses Faktum, sondern er wartet auf aufrichtige Gebete und verantwortungsvolle Taten. Und beides verbindet die Mittelberger Kapelle mit der Glocke.
Die Rosenkranzkapelle...
… und die Glocke werden geweiht.
Gemäß den Gedanken von Sebastian Kneipp erklingen erstmals die Mittelberger Kapellenglocken: "Je länger eine Glocke geläutet wird, umso schöner wird der Ton."
Es wird in Mittelberg nichts an die große Glocke gehängt, aber alle, die zur rechten Zeit vorbeigehen, werden eingeladen, diese Glocke zu den Gebetszeiten zu läuten (täglich um 6.00, 12.00 und 19.00 Uhr sowie am Freitag zusätzlich um 15.00 Uhr), da die Kapelle in Zukunft geöffnet sein soll.
Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde oder eben im Besuch der Rosenkranzkapelle Mittelberg - bei diesem Klang werden alle Mittelberger hellhörig, vor allem wenn die Glockenklänge am Tag des Hl. Franziskus erklingen, der ja gleichzeitig Welttierschutztag ist :-)
Ebenfalls ein Meisterwerk der Baukunst :-)
Ria Forstner, Obfrau der NÖ Stadt- und Dorferneuerung, konnte heute bei diesem Festakt nicht dabei sein. Pastoralassistent Hannes Leitner schickt ihr daher auf diesem Weg eine besondere "Gruß- und Dankeskarte". Heute ist es wieder mit Unterstützung der NÖ Dorf- und Stadterneuerung, gelungen die Lebensqualität in einem Ort zu steigern.
Diese denkwürdigen Augenblicke halten viele fest, egal ob für die Dorf- oder für die Pfarrchronik :-)
Die gute Kooperation zwischen Pfarre und Gemeinde wurde bereits angesprochen - dieses Foto soll das nochmals verdeutlichen.
Zusammenhalt bringt reiche Ernte oder wie es Goethe zu sagen pflegte: "Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis, wenn man ihn wohl zu pflegen weiß."
Auf das Wohl der Mittelberger anstoßen darf man auch in diesen schwierigen Zeiten - vor allem im Freien, wo viel Platz ist.
Gesundbleiben und Gesundwerden ist die Devise in der Corona-Zeit, die einem trotzdem die Lebensfreude nicht nehmen darf.
Der Bürgermeister als guter Unterhalter dankt nochmals den Musikern des Kamptalblechs für deren schöne Gestaltung der Feierstunde.
Auch diese schwierige Pandemie, die weltweit um sich gegriffen hat, muss gemeinsam bekämpft werden.
Die ehemalige Ortsvorsteherin Monika Gruber ist, so wie viele, stolz auf ihr Dorf und die gesetzten Initiativen. Die neu renovierte Kapelle findet sie für Taufen oder Hochzeiten besonders geeignet.
Ein wunderbarer Nachmittag geht auf einem einzigartigen Ort zu Ende. Vergelt's Gott!


Fotos: Ulli Paur


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