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Kultur beginnt im Februar

Zeit für Neues! Wenn das Kulturjahr 2020 so weitergeht, wie es am 8. Februar begonnen hat, wird es ein sehr gutes.
Mit "young and fine" von Joe Zawinul und der Filmmusik zu Romeo und Julia endete der erste Lese- und Musikabend im Greenhouse der Gartenbauschule Langenlois. Drei Top-Musiker (Andreas Mayrhofer, Gerald Selig und Gerald Endstrasser) spielten auf neun Instrumenten und begeistern mit genialen "Jazzhodan" als Trio "A Piacere".
Zuvor punktete Raphaela Edelbauer beim Publikum als Autorin des Buches "Das flüssige Land". Weniger "fine" war das Thema. Die 30-Jährige Autorin, die in Hinterbrühl aufgewachsen ist, machte nämlich betroffen, weil sie schlimme Kriegsverbrechen in ihrem ausgezeichneten Roman wortgewaltig aufzeigte.

Der Langenloiser Verein "LAKULT" eröffnete das Kulturjahr mit einer besonderen Lesung samt bester Musik.
Doch zuwenig Sessel aufgestellt? :-)
Raphaela Edelbauer, der kolportierte Shootingstar der heimischen Literaturszene, beschreibt in ihrem 350 Seiten starken Roman "Das flüssige Land" den fiktiven Ort Groß Einland, der seinerzeit von Nationalsozialismus geprägt war.
Sie hat gut lachen: Ihr schriftstellerisches Können wurde bereits mit dem Publikumspreis beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb ausgezeichnet. Außerdem nominierte man sie für den österreichischen und deutschen Buchpreis. Und über den Rauriser Literaturpreis darf sie sich auch schon freuen.
Zum Buchtitel "Das flüssige Land" stimmt man sich mit "flüssigem Langenloiser Gold" aus dem Weingut Grillmaier ein.
Abend der Kontraste!
Die Handlung des Buches spielt in "Groß Einland", einer geheimnisvollen Gemeinde. Unter dem Gemeindegebiet befindet sich ein riesiger Hohlraum, der einmal ein Bergwerk war und darin sind im Krieg unglaubliche Dinge vorgefallen, über die man schweigt.
Geschwiegen wird heute nicht, sondern gelesen.
Gemeinderat Matthias Fürpaß, Obmann von LAKULT, wünscht einen guten Abend und ein verspätetes "Kultur-Prosit".
Was erwartet heute das Publikum? Gespannt sind die anwesenden Gäste.
Wolfgang Kühn als Organisator dieses Abends begrüßt die heutigen Protagonisten und stellt diese kurz vor.
Über den Romaninhalt verrät er nur soviel: Es geht um kontaminierte Landschaften, das sind vereinfacht Orte mit dunkler NS-Vergangenheit, an denen Schreckliches passiert ist, an die nicht gerne erinnert wird und die man gern verschweigt.
Er verliest auch zwei Pressestimmen zum Buch:
"Das flüssige Land ist eine abgründige und einfallsreiche Parabel auf Österreich und den Umgang mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit. Ein philosophisch fantastischer Roman, der sich auf die Tradition der Anti-Heimat-Literatur bezieht." (Florian Baranyi - ORF).
"Die Wienerin holt Leichen aus dem Keller, die Vergangenheit kommt hoch." (Peter Pisa - Kurier)
In einer 45-minütigen Präsentation liest und erzählt Raphaela Edelbauer aus diesem sehr spannenden Buch.
Es gibt viele positive Kritiken zu diesem Buch: "Eine tolle Autorin, die etwas wagt, und die auch vollkommen gewinnt mit dem, was sie wagt", meint zum Beispiel Alf Mentzer, hr2 Kultur.
Raphaela Edelbauer hat "Sprachkunst" an der Universität für Angewandte Kunst studiert, denn für sie war immer klar, dass sie Autorin werden wollte.
Aber der Buchinhalt macht betroffen.
Nach der Lesung gibt es Gespräche und Buchwidmungen.
Viele Fragen beantwortete sie gerne in der Pause.
Zum Wohl auf den neuen Gemeinderat. Während sich Gerald Eder (links im Bild) von der politischen Bühne verabschiedet, wird Viktor Friesacher in dieses kommunale Gremium einziehen.
Eine leidenschaftliche Leserin trifft eine ebensolche Autorin :-)
Dieses Buch wird von vielen empfohlen.
Raphaela Edelbauer liest viel und schreibt unheimlich viel.
Die spannenden Diskussionen nehmen kein Ende.
Groß Einland gibt es nicht und trotzdem steht es groß im Mittelpunkt des heutigen Abends.
Im Buch kommt auch eine Anfrage an die Landesregierung vor, wo denn Groß Einland liegt. Diese Vertreter der Landesverwaltung (Mag. Daniela Obleser mit Gatten und Dr. Eva Klaus mit Dr. Gerhard Maly) hätten es auch nicht beantworten können :-)
Letzte Möglichkeit zu fragen, bevor es Musik gibt.
Weiter geht es vom Literaturdschungel zum musikalischen Teil des Abends.
Teil 2 bestreiten drei Männer der Gruppe "A piacere" auf neun Musikinstrumenten. Diese Spielanleitung in der Musik bedeutet "nach Gefallen, nach Belieben" und ...
… das Trio wird von Wolfgang Kühn begrüßt und vorgestellt. Die Männer kennen einander schon lange und spielten in verschiedenen Besetzungen zusammen.
"Wir spielen, was uns gefällt!" Der Pianist Andreas Mayerhofer führt durch deren Programm. Nach eigenem Gefallen wurde auch das heutige Set zusammengestellt. Mit "Lawns" von Carla Bley starteten die begnadeten Musiker den zweiten Teil des Literaturabends. Mit "ancient song", einer Eigenkomposition von Mayerhofer ging es weiter.
Der Meister an den Rohrblattinstrumenten (reeds): Gerald Selig
Song 3: ""Love for sale".
Gerald Nr. 2 heißt Endstrasser und er hat als Percussion-Fachman enormes Taktgefühl :-)
Musik von Carla Bley, Henry Purcell, Joe Zawinul, Hildegard von Bingen, Radiohead...
...J.S. Bach und auch Eigenkompositionen waren in diesem spannenden Aufeinandertreffen im Greenhouse der Gartenbauschule zu hören. Wunderbare Instrumente wurden dabei eingesetzt, wie z.B. die Altflöte. Und wer genau aufpasste, hörte Grillen zirpen, Feuerwerke in die Luft gehen oder Eiskristalle beim vierten Lied tanzen. Es trug den Titel "Winterwaltz".
Beim Song "they tell us" kam das wunderbare Instrument Altflöte zum Einsatz.
Oft bis zu drei Instrumente bediente Gerald Endstrasser zugleich. Jazzliebhaber kamen absolut auf ihre Rechnung.
Diesen einzigartigen Jazzklängen hört man entspannt und mit Bedacht zu.
Musik lenkt von der zuvor beschriebenen traurigen Geschichte ab. Das Trio begeisterte auch mit "This is the thing", "Country" (Keith Jarrett), "Caritas Abundat oder "Young and fine".
Viel Applaus gab es für diese gelungene Performance.
Mit der Verbeugung ist aber noch nicht Schluss :-)
Mit "Exit music"...
… und "Der Mond ist aufgegangen" endet der LAKULT-Abend im Greenhouse.
Ein besonderer Klangabend ist zu Ende und man hat viel versäumt, wenn man diese drei Musiker nicht gehört hat.
Als Alternative kann man die Musik "nachhören". Am CD- und Büchertisch gibt es eine Fortsetzung des Abends für zuhause.
Mit LAKULT geht es bereits am 14. Februar 2020 im Langenloiser Arkadensaal weiter. Dort tritt dann Andreas Nastl um 20.00 Uhr mit seinem Solo-Kabarett-Programm "Vorsicht Fräskante!" auf. Vorsicht: Der erste Kabarettabend im November 2019 war restlos ausverkauft :-)
Danke für diesen gelungenen Abend an die Künstler und Organisatoren!


Fotos: Ulli Paur


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