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Konzertmatinee mit TRIS

"1938 - No return."

KulturLangenlois lud am 25. November 2018 ins Schloss Haindorf ein, wo das Trio TRIS (Jörg Wachsenegger, Holger Busch und Gerhard Waiz) zu einem aktuellen, wenngleich auch traurigen Thema, mit ihren drei Instrumenten bei einer Matinee aufhorchen ließen.
Mit dem Anschluss an das nationalsozialistische Deutschland begann der Terror gegen die jüdischen Mitbürger, welcher 1938 seinen Höhepunkt fand. Wer konnte, verließ das Land, um sein Leben zu retten. 
Mit dem Programm "Exil ohne Wiederkehr" wurde auf die wunderbare Musik einiger dieser Komponisten, die von Österreich so sträflich "vergessen" wurden, hingewiesen.
Gespielt wurden Werke von Vally Weigl, Egon Wellesz, Victor Urbancic, Hans Gál und Joachim Stutschewsky.
 

Die Kulturstadträtin Mag. Brigitte Reiter wies bei ihrer Begrüßung auf folgendes hin:

"Der aus Ungarn stammende Kunstkritiker und Feuilletonist Ludwig Hevesi prägte an der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert den Satz 'Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit.'
Dieser Satz wurde zum Leitspruch der Künstlervereinigung Wiener Secession und steht noch heute in goldenen Lettern auf dem Secessionsgebäude nahe des Wiener Naschmarkts. In derselben Stadt, in der bildende Künstler des Jugendstils und ihr Chronist Hevesi die Freiheit der Kunst betonten, wurden wenige Jahrzehnte nicht nur bildende Künstler, sondern auch Schriftsteller, Schauspieler, Filmschaffende, Musiker und Komponisten nur aufgrund ihrer Herkunft und Religionszugehörigkeit verachtet, verleumdet, aus dem Berufsleben ausgeschlossen und in die Emigration getrieben.
Durch den politischen Fanatismus des Nationalsozialismus gingen dem österreichischen Kulturleben ihre wertvollen Beiträge über Jahre verloren. Manchmal für immer, denn nur wenige kehrten zurück. Hevesi, schon 1910 verstorben und selbst aus jüdischem Elternhaus, hat diese Zeit nicht mehr erlebt – aber sein Satz hat bis heute Bedeutung.
Deshalb bedanke ich mich als Kulturstadträtin herzlich bei Senta Baumgartner für ihre Anregung, das Ensemble Tris mit dem heute geplanten Programm nach Langenlois, zur Reihe Langenloiser Herbst, zu holen.
Das Gedenkjahr 2018 ist ein guter Anlass, die Werke einstmals verfolgter KünstlerInnen und Künstler durch öffentliche Aufführungen zu würdigen und deren Vielfalt aufzuzeigen.

Interessanterweise findet sich der Satz „Der Zeit ihre Kunst – der Kunst ihre Freiheit“ sogar in der Regierungserklärung der aktuellen Bundesregierung. Die Künstlervereinigung Wiener Secession nahm dazu kritisch Stellung, weil sie darin einen Akt der Vereinnahmung sah. In einer Stellungnahme machte sie nochmals deutlich, wie sie ihr Leitmotiv versteht: „Mit der Freiheit der Kunst ist unabdingbar Internationalität, Diversität und Dialog verbunden. Die Idee, dass Kunst einer kollektiven nationalen Identitätsstiftung dient, ist eine Form der Instrumentalisierung, die im Widerspruch zur Vielfalt künstlerischer Inhalte steht...Wenn eine Regierung nicht für eine freie Gesellschaft eintritt, hat ihr Versprechen einer Freiheit der Kunst nur rhetorischen Charakter."
Ich denke, dem ist nichts hinzuzufügen und darf Ihnen nun ein schönes Konzerterlebnis mit dem Ensemble Tris wünschen.
Es sei noch dankend erwähnt, dass die Raiffeisenbank Langenlois mit einem Sponsoring zum Zustandekommen dieses Konzerts beigetragen hat. Ich bedanke dafür herzlich beim heute anwesenden Dir. Hannes Rauscher."


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