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Czardasfürstin als Abschluss

Beim Pressefrühstück, zu dem die Kultur Langenlois GmbH. am 18. Februar 2019 ins Schloss Haindorf eingeladen hat, ist viel vielleicht manchem wehmütig das Lied von Bully Buhlan eingefallen: "Ich hab mich so an dich gewöhnt..."

Nichts desto trotz gab Geschäftsführer Ing. Robert Stadler bekannt, dass Intendant Professor Andreas Stoehr heuer das letzte Mal die Intendanz der Schlossfestspiele Langenlois inne hat. Danach läuft sein Vertrag aus.
Für eine Verlängerung ab 2020 wird Stoehr leider nicht mehr zur Verfügung stehen, da er sich wieder verstärkt seiner Tätigkeit als Dirigent im internationalen Musikleben zuwenden möchte und auch seinen Aufgaben als Professor für Dirigieren an der MUK – Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien. 

Andreas Stoehr wurde dabei sehr herzlich für seine Arbeit und das große Engagement während seiner siebenjährigen Tätigkeit für die Schlossfestspiele Langenlois gedankt. Er hat der Operette auf Schloss Haindorf viele neue Impulse verliehen, hat sie auf neue und zeitgemäße Beine gestellt und stets für höchstes musikalisches Niveau gesorgt. 

Neben einem Abschied gibt es aber auch einen Willkommensgruß, allerdings ins Krankenbett, da Christoph Wagner-Trenkwitz, der im Jahr 2020 den Schlossfestspielen Langenlois als künstlerischer Leiter zur Verfügung stehen wird, leider die Grippe erwischt hat. Er wird für die Jubiläumsproduktion anlässlich „25 Jahre Operette in Langenlois“ verantwortlich zeichnen.

Diese Dame am neuen Operetten-Plakat schaut ein bisschen ratlos? Ob das wohl mit dem heutigen Pressegespräch zu tun hat?
Geladen und gekommen sind die Medienvertreter in Schloss Haindorf...
... um zu hören, was es für Änderungen bei den Schlossfestspielen gibt.
Kultur-Geschäftsführer Ing. Robert Stadler kündigte ab 2020 einen Wechsel der künstlerischen Leitung an, da Professor Andreas Stoehr dann nicht mehr als Langenloiser Schlossfestspielintendant zur Verfügung steht.
Christoph Wagner-Trenkwitz wird im Jubiläumsjahr 2020 die künstlerische Leitung übernehmen. Seine Stellungnahme zum Pressegespräch kam krankheitshalber schriftlich: "Die Schlossfestspiele Langenlois sind für mich zunächst mit einem besonderen Ort verbunden. Das Schloss Haindorf mit dem angrenzenden Winzerdorf ist ein Platz, an dem man sich sofort wohlfühlt. Und der ideal geeignet ist für eine große Aufgabe: den Menschen auf Augenhöhe (wir blicken nicht von einer Bühne auf sie herab!) anregende Unterhaltung zu bieten.
Zweimal hatte ich die Freude, an dem besonderen Ort Langenlois aufzutreten: 2015 als Moderator dreier Galakonzerte mit dem Thema „Schön ist die Welt“ sowie 2017 in der Produktion „Die lustige Witwe“ in der Komikerrolle des Njegus. Und das – eine besondere Freude am besonderen Ort! – jeweils an der Seite meiner Frau, der Sängerin Cornelia Horak.
Den Intendanten, der mich für diese beiden Projekte engagiert hat, den außerordentlichen Musiker Andreas Stoehr, kenne und schätze ich schon seit langem. Das Angebot, ihm nachzufolgen und 2020 als künstlerischer Leiter die Jubiläumssaison der Schlossfestspiele zu gestalten, hat mich zunächst überrascht. Es hat aber nur einer kurzen Nachdenkpause bedurft, um die ehrende Herausforderung anzunehmen.
Denn ich bin der Operette (nicht zuletzt durch meine langjährige Arbeit als Chefdramaturg der Volksoper Wien, aber auch als Darsteller und Dramaturg an anderen Bühnen) tief verbunden. Ich weiß, dass man gerade das unterhaltende Genre – das so „leicht“ scheint und scheinen soll – mit viel Geschmack und Respekt vor den Meisterwerken, aber auch mit Witz und Einfallsreichtum und einer Prise augenzwinkernder Frechheit stets neu erfinden muss.
Eine wichtige Voraussetzung dafür sind ein hingebungsvolles Kreativteam, außerordentliche Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker – ich habe mir vorgenommen, sie für den besonderen Ort zu gewinnen. Natürlich geht nichts ohne das engagierte Team hinter den Kulissen, das ich bei meinen Gastspielen in Langenlois vorgefunden habe und mit dem ich mich freue, wieder zusammenzuarbeiten. Im Rahmen wertvoller Traditionen kann so ein attraktives, lebendiges Theater stattfinden, das angenehm überrascht und beglückt.
Ich freue mich darauf, mit den Besucherinnen und Besuchern der Schlossfestspiele Langenlois im Sommer 2020 ein rauschendes Fest zu feiern und die Bedeutung dieses besonderen Ortes als „Operetten-Hotspot“ zu bekräftigen."
Was da auf dem Operettenprogramm steht, verrät er jedoch noch nicht.
Ein wenig Wehmut darf schon sein - immerhin hat Professor Stoehr mit seiner besonderen Intendanz all die Jahre hindurch von sich Reden gemacht, indem er Operette neu definiert hat.
Er freut sich daher auch auf die Czardasfürstin, die jetzt gewissermaßen zur Atmosphäre passt, da es ein Stück des Abschieds ist und für die Linie passt, die seiner Meinung für die Operette interessant sein kann. Operette ist ja nicht immer nur "a Hetz".
Professor Stoehr meint: "Es ist an der Zeit für eine Zäsur, nämlich: die Intendanz und künstlerische Leitung der Schlossfestspiele Langenlois mit der Spielzeit 2019 („Die Csárdásfürstin“) zu beenden. Die persönliche Bilanz ist vor dem Hintergrund eines Auftrages im Jahre 2012 zu sehen, den es zu erfüllen galt: für die Operette auf Schloss Haindorf eine Wende einzuleiten. Eine Wende zu einer lebendigen, vitalen und eigenständigen Sichtweise auf die Gattung Operette, und zwar auf ästhetischer ebenso wie auf musikalischer Ebene.
Die klare und von überkommenen Traditionen unbelastete Haltung mag in Sachen Werkinterpretation und Ästhetik nicht jedermann/frau gefallen haben. Dennoch ist die Wahrnehmung und Akzeptanz der Operette in Langenlois als eine durchaus zeitgemäße Kunstform eine weitgehend positive. Sowohl die über den Zeitraum der vergangenen sieben Jahre verpflichteten Künstler und Künstlerinnen, als auch ein Publikum, das uns die Treue gehalten hat, schätzen diesen Zugang zur Operette.
Ein hoher Stabilitätsgrad innerhalb der Produktionsabläufe war dafür ebenso Garantie, wie die qualitätsvollen Arbeiten der Regisseure, die – mit einer Ausnahme: Robert Lehmeier 2014 – biennal tätig waren: Philipp Harnoncourt (2013 und 2015), Michael Scheidl (2016 und 2018) Rudolf Frey (2017 und 2019).
Sie alle haben sich das Motto „Der Star ist die Produktion“ verständnisvoll zu eigen gemacht und es ist innerhalb des vorgegebenen finanziellen Rahmens gelungen, auf allen Produktionsebenen ausgewogene Verhältnisse zu schaffen. Gleichzeitig haben sie eindrucksvoll demonstriert, dass es möglich ist, ausgetretene Pfade zu verlassen, um der Operette das zurückgegeben, was sie denn sein kann: witzig, sentimental, aufmüpfig und manchmal einfach schräg.
Die Werktitel waren: Wiener Blut (2013), Pariser Leben (2014), Der Zigeunerbaron (2015), Im Weißen Rössl (2016), Die lustige Witwe (2017), Der Vogelhändler (2018), Die Csárdásfürstin (in Vorbereitung 2019).
"In diesem Sinne übergebe ich nicht nur eine Plattform und eine Produktionsstruktur, sondern hoffentlich auch einen 'spirit'. Ein Kulturprojekt 'Operette abseits des Mainstreams' mit eigenem Zielpublikum hat ein wertvolles Potenzial, das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausgeschöpft ist.
Für mich persönlich bedeutet dieser Entschluss einer Zäsur auch die Lösung eines Konfliktes, den der Dirigent Andreas Stoehr in zunehmendem Maße mit dem Intendanten gleichen Namens auszutragen hatte. Für die Erfahrung, die ich als Intendant gewonnen habe, die menschlichen und künstlerischen Begegnungen und die inneren, persönlichen 'Wachstumsringe' bin ich dankbar und sage in diesem Sinne mit Edith Piaf: “Non, je ne regrette rien!“ (Nein, ich bereue nichts!)"
Abschließend teilt Ing. Stadler mit, dass 2019 durch einen externen und selbstverständlich parteiunabhängigen Experten eine Analyse der Schlossfestspiele durchgeführt wird. Man will ermitteln, unter welchen Voraussetzungen Operette am Standort Langenlois auch ab 2021 erfolgreich sein kann. Über die Ergebnisse dieser Studie und die daraus folgende Lösungen wird er selbstverständlich so bald wie möglich informieren.
Auch Kulturstadträtin Mag. Brigitte Reiter scheint es sehr wichtig, eine Evaluierung durchzuführen um festzustellen, wohin das Publikum aufgrund der vielen Mitbewerber in Niederösterreich tendiert. Nach so vielen Jahren Operetten- und Kulturbetrieb muss man prüfen, welche Potentiale vorhanden sind und wie man diese nützen kann, um nicht "betriebsblind" zu werden.
In der Fragestunde kamen folgende Ideen zur Sprache: "Musikalische Leitung und Intendanz waren bisher in einer Hand. Ist eine musikalische Leitung unter Stoehr weiter möglich?"
Antwort: Die Dirigate unter Stoehr waren eigentlich eine Aufmerksamkeit des Budgets gegenüber. Das kennt man auch in anderen Theatern und ist eigentlich eine Win-win-Situation. Und es war auch schön für Stoehr, weil er sich die Schauspieler bzw. Sänger selbst aussuchen konnte, Gestaltungsfreiheiten hatte und auf die Menschen zugehen konnte. Als engagierter Dirigent hätte er dann andere Ansprüche, aber er schließt nichts im Leben aus.
Eine Pressefoto, leider ohne Christoph Wagner-Trenkwitz, dem wir baldige Besserung wünschen.
Nach dem offiziellen Statement gäbe es noch viel zu besprechen. Der Noch-Intendant nimmt sich dafür gerne Zeit. Bürgermeister Mag. Harald LEOPOLD im Gespräch mit Professor Andreas Stoehr.
Stoehr hat immer daran gearbeitet, dass die Schlossfestspiele Langenlois ein eigenes Gesicht bekommen und das ist seiner Meinung nach gelungen.
Möge 2020 mit Christoph Wagner-Trenkwitz wieder eine neue Operetten-Ära in Langenlois starten.
Toi, toi, toi und herzlich willkommen!



Fotos: Ulli Paur


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