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Brotzeit im Literaturkino

Der Verein DUM (Das Ultimative Magazin) startete seine alljährliche Veranstaltungsreihe "Literatur im Kino" am Mittwoch, dem 16. September 2020, unter dem Motto "Zwischen regional und provinziell".
Als ersten von drei Gästen lud Obmann Wolfgang Kühn den Regisseur und Autor Harald Friedl in den "vierzigerhof" der Familie Renner ein.
Sein bemerkenswerter Dokumentarfilm "Brot - das Wunder, das wir täglich essen" zeigte auf, was dieses wichtigste Lebensmittel ausmacht und wie sich die sozialen, gesundheitlichen und ökologischen Bedingungen in Brot verkörpern.
Wer diese Doku am 2. September auf ORF 1 um 20.15 Uhr versäumt hat, der hatte in Langenlois Gelegenheit, den Film zu sehen.
Im Anschluss an den Film gab es noch im wunderschönen Ambiente des "vierzigerhofes" Gelegenheit, mit dem Künstler zu sprechen und Köstlichkeiten aus Brotteig (gefüllte Feuerflecken) vom neuen Kochduo Birgit & Michael von "Herdsache" zu genießen, die seit 12. September 2020 im "vierzigerhof" fünf Tage in der Woche aufkochen.

"Gegessenes Brot ist schwer zu verdienen". Ein altes Sprichwort aus Polen ist aktueller denn je, dann in der Corona-Krise wird aufgezeigt, wie schwer es gerade die Kulturbranche hat. Nichtsdestotrotz versucht man in Langenlois wieder, diese Szene mit kleinen Veranstaltungen zu beleben.
Weil eben kein anderes Lebensmittel als Brot einen so fundamentalen Stellenwert in unserer Kultur hat, gibt es von Harald Friedl einen interessanten Dokumentarfilm dazu.
Brotbacken war früher in Bäuernhöfen üblich - möglicherweise auch im "vierzigerhof".
Aber früher war eben vieles anders, denkt sich Hausherr Kom.Rat Kurt Renner, denn da gab man sich auch etwas anders die Hand ;-)
Die Gäste werden heute ziemlich viel übers Brot erfahren.
Und da kommen sie auch schon und werden vom Veranstalter bereits im Freien begrüßt - "dank" Corona und dem schönen Wetter.
Mit der Pandemie beschäftigt sich auch die aktuelle Ausgabe von DUM.
Platz gäbe es mehr, aber heute gibt es die vorgeschriebenen zugewiesenen Sitzplätze im Kino, daher leider auch weniger Gäste.
Auch im Hof gibt es eine Neuerung...
... seit 12. September 2020 steht hier die Kulinarik im Mittelpunkt.
In einem praktischen Foodtruck...
... kochen Birgit und Michi für die Gäste aus und zwar jeden Donnerstag von 16 bis 22 Uhr, Freitag bis Montag von 12 bis 22 Uhr. Reservierungen werden gerne von den beiden engagierten Gastro-Newcomern unter genuss@herdsache.at oder 0699 10059070 entgegengenommen.
Sie laden alle ein, sich dort wohl zu fühlen, in der Rudolfstraße 11 ein paar schöne Stunden zu verbringen und zu genießen. Gekocht wird, was Saison hat, das Umfeld hergibt, was Lust und Laune macht, was sich die beiden bei der Oma abgeschaut haben und was sie selber gerne essen.
Passend zum heutigen Brotthema gibt es sehr schmackhaft gefüllte Feuerflecken, die Gemeinderat Matthias Fürpass genießt und empfiehlt.
Das wunderschöne Hofambiente bietet sich wirklich zum Entspannen und Genießen an.
"Manche Leute sprechen das Gebet um das tägliche Brot so, als betriebe der liebe Gott eine Bäckerei." Diesem Zitat von Robert Lembke auf der Spur startet der heutige Kinoabend.
Wolfgang Kühn stellt den heutigen Protagonisten vor: Harald Friedl, geboren 1958 in Steyr, lebt in Wien und Mitterretzbach. Er ist Dokumentarfilmer, Schriftsteller und Musiker.
Ehre, wem Ehre gebührt, oder doch eher: Ehre, wem Ähre gebührt... oder der Ähre gebührt Ehre...
... wie auch immer: Heute ist es eine Ehre, dass Autor und Regisseur Harald Friedl zu Gast in Langenlois ist und nach dem Film darüber auch gerne diskutiert.
Weitere Werke von ihm: Aus der Zeit“ (2006), „What Happiness Is“ (2012), „BROT“ (2020). Zuletzt Co-Autor von „Der Bäcker und sein Brot. Wie beseeltes Arbeiten und nachhaltiges Wirtschaften gelingen“ (Droemer, 2019). Libretto der Jazzoper „Hochgeschätztes Tiefparterre“, Bandleader von Blaumarot.
Apropos hochgeschätzt: Am 25. September 2020 wird ihm der Alois Vogel Literaturpreis 2020 verliehen.
Abendbrot im Kino!
Getreide ist das wichtigste Ausgangsprodukt für Brot. Bereits hier entscheidet sich beim Anbau und der Pflege die Qualität des späteren Lebensmittels.
Das traditionelle Bäckerhandwerk wird der industriellen Fertigung von Brot gegenübergestellt.
Und man weiß sofort, dass die Handwerkskunst des Bäckers durch keine Backstraße zu ersetzen ist.
Brotteig lebt... durch viele Milchsäurebakterien und Hefen und industriell gefertigter Brotteig "überlebt" länger durch Enzyme und andere Zusatzsatzstoffe.
Es sollte daher jeder selbst entscheiden...
... welches Brot auf seinen Teller kommt.
Man muss immer zwei Seiten betrachten. Und diese zeigt Harald Friedl bei Brot als Grundnahrungsmittel zwischen Industrie und Bio-Bäckereien in seiner Dokumentation gut auf.
Harald Friedls neuer Dokumentarfilm BROT erzählt von der traditionellen Kunst des Brotbackens, die von engagierten HandwerksbäckerInnen mit neuem Leben erfüllt wird, und von großen Konzernen, die mit modernster Technologie ihrem Industriebrot zu Aroma und Geschmack verhelfen.
Maler Salvador Dali schätzte Brot besonders und ließ sich sogar ein Möbelstück daraus backen. "In der Brotkrume steckt ein Schatz an kybernetischen Informationen", meinte er.
Der weltweit tätige Backmittelzutatenhersteller Puratos besitzt in Belgien eine Sauerteig-Bibliothek. In 120 Einmachgläsern werden diese Ansatzteige aus mehr als 20 Ländern regelmäßig "gefüttert".
Bäcker sein ist nicht einfach, dieses Handwerk ist Wissenschaft!
Beleuchtet wurden auch traditionelle Bäckereien in Paris und Italien.
Jeder Bäcker muss verstehen, was in seinem Brot vorgeht, den Brot ist nicht gleich Brot.
Mehr als Mehl, Wasser und Salz braucht's nicht, um ein gutes Brot zu backen. Das wussten schon die alten Ägypter, die vor zigtausend Jahren als die ersten Bäcker hervorgingen.
Gutes Brot ist das Natürlichste auf der Welt und genießt großes Vertrauen.
Im Anschluss an den Film stellt sich der Regisseur den Fragen von Wolfgang Kühn und jenen aus dem Publikum.
Wer mehr über Brot wissen will, dem sei dieses Buch empfohlen: „Der Bäcker und sein Brot. Wie beseeltes Arbeiten und nachhaltiges Wirtschaften gelingen“ (Droemer, 2019). Hier hat Harald Friedl als Co-Autor mitgewirkt.
Schnell weg vom Brot und vom Wald- ins Weinviertel: Auch in diesem Buch findet...
... sich eine Geschichte von Autor Harald Friedl.
Viele haben zum Gelingen dieses Films beigetragen, auch ein bissl Langenlois war dabei :-)
Und zum Abschluss gibt's ein Prost auf das Brot und den Wein.


Weitere Infos zum Thema:

zum Nachhören Harald Friedls Erzählung, mit der er den Alois Vogel Literaturpreis 2020 gewonnen hat, noch bis Sonntag in der Radiothek 

https://oe1.orf.at/player/20200913/611824

www.haraldfriedl.com

www.dum.at

Fotos: Ulli Paur

 

 

zum Schluss noch eine "Kalenderweisheit" aus einem Kalender....

"Mutti, Mutti, ich mag mein Brot nicht!"
"Mein Junge, iss dein Brot auf, damit du groß und stark wirst!"
"Wozu soll ich denn groß und stark werden?"
"Damit du mal was Ordentliches arbeiten kannst."
"Wofür soll ich denn was Ordentliches lernen?"
"Damit du dir dein Brot einmal selber verdienen kannst."
"Aber ich mag doch kein Brot...!"



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