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Abschied vom Zöbinger Pfarrer

Sag zum Abschied leis' "vergelts Gott!

"Was bedeutet Kirche für uns?" Mit dieser Frage verabschiedete sich Vikar Mag. Josef Prusek am 23. August 2020 von seiner Pfarrgemeinde. Genau zehn Jahre prägte der geschätzte und bescheidene Geistliche das pfarrliche Leben im Weinort Zöbing.
Jetzt geht er mit 66 Jahren in Pension und in seine Heimat Polen (Krakau) zurück. Mit Wehmut wünschten die Zöbinger gemeinsam mit dem Bürgermeister ihrem Josef das Beste. Man wird den Seelsorger vermissen, der rund um den Pfarrhof immer geschaut hat, dass alles passt. Sein Markenzeichen waren kurz und bündige Gottesdienste, die sich auf das Wesentliche beschränkten.
Im Anschluss an die Hl. Messe blieb dann noch Zeit für die gemeinsame Geselligkeit.
Besonders schön gestalteten das Bläserquartett mit Michael Cerny, Johannes und Benedikt Schuberth, Felix Öhlzelt mit Fanfarenklängen, Stephan Öhlzelt an der Orgel und Brigitte Liebl mit einem wunderbaren Ave Maria den Gottesdienst.
Mag. Josef Prusek, der vor 23 Jahren nach Österreich gekommen ist und dabei auch ein Jahrzehnt mit den Zöbingern Freud und Leid geteilt hat, kehrt mit einem weinenden und einem lachenden Auge zu seiner Familie zurück.

Irgendwie wirken heute die Rosen ein bisschen traurig, als sie das Läuten der Kirchenglocken hören...
Nachdenklichkeit macht sich auch in der Sakristei der Zöbinger Pfarrkirche bemerkbar, denn heute gilt es für Pfarrer Mag. Josef Prusek, Abschied von Zöbing zu nehmen.
Das Jahr 2020 ist ein besonderes und so gestaltet sich auch der sonntägliche Kirchgang.
Aufgrund Corona sind auch im Gebetshaus die Sicherheitsvorschriften einzuhalten.
Der Pfarrer geht, die Rituale bleiben.
Pfarrgemeinderatsobmann Wolfgang Schuberth und Bürgermeister Mag. Harald Leopold klären noch kurz den Programmablauf der nächsten Feierstunde.
Auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr stehen bereit für das Abschiedsfest.
Diese jungen, musikalischen Zöbinger haben sich für heute etwas Besonderes einfallen lassen.
Mit Orgelklängen eröffnet Mag. Stephan Öhlzelt die Hl. Messe.
"Heute geh ich. Komm ich wieder, singen wir ganz andre Lieder. Wo so viel sich hoffen lässt, ist der Abschied ja ein Fest." Das meinte zumindest einst Johann Wolfgang von Goethe.
Vikar Mag. Josef Prusek bleibt seinem Konzept auch heute treu. Eine heilige Messe muss nicht unbedingt eine ganze Stunde dauern.
Aus der Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom erfährt man, dass die Entscheidungen Gottes unergründlich und seine Wege unerforschlich sind.
Brigitte Liebl, Leiterin des Kirchenchores Zöbing, überraschte mit dem wunderbaren "Ave Maria" von Franz Schubert.
Was den christlichen Glauben ausmacht, muss jeder für sich entscheiden.
In seiner Predigt regt er an, die Wirklichkeit Jesus zu erkennen, an seiner Botschaft festzuhalten und auf ihn zu vertrauen. Der Apostel Petrus soll uns dafür Vorbild sein, der die Schlüssel zum Himmelreich erhalten hat.
Das Wort "Schlüssel" hat so manche Funktion und gilt als Symbol für Vieles. Petrus hat ihn fürs Himmelreich erhalten - Pfarrer Prusek gibt ihn heute zurück und beendet damit seine Priesterkarriere in Österreich.
Die Wandlung als Höhepunkt der Hl. Messe.
Jeden Sonntag prägen in Zöbing noch engagierte Ministranten das pfarrliche Leben.
Besonders wichtig ist natürlich auch der Mesner und Wortgottesdienstleiter Rudi Leopold, der dem "Jungpensionisten" für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute wünscht.
Wolfgang Schuberth als Obmann des Pfarrgemeinderates begrüßt alle zu dieser Feierstunde und bedankt sich bei jenen, die zum Gelingen dieses Festgottesdienstes beigetragen haben. Mit Wehmut und besonderer Form gibt es von ihm eine kleine Laudatio:
"Lieber Josef! Du hast rund zehn Jahre in Zöbing gewirkt und gewohnt und hast uns oft mit kurzen Messen belohnt. Wenn manche mit vielen Worten wenig sagen, du wolltest unsere Aufmerksamkeit nie zu lange plagen. Kurz und bündig, auch nicht zu viel Gesang, wenige Strophen nur und ein bisschen Orgelklang. Du hast dich stets auf das Wesentliche beschränkt und kein Messebesucher war dadurch wirklich gekränkt. Damit bleibt nach der Messe am Sonntag genügend Zeit fürs Tratschen, Familie, Wirtshaus und Geselligkeit. Das schätzen die Kinder, Ministranten, die Männer und sogar die Damen, die so vorm Kochen noch zum Frühschoppen kamen. Die Kinder im Kindergarten und die Jungschar hast du öfters besucht, du hast sie und sie deine Nähe gesucht. Bei der Gebetsgruppe warst du mit Eifer dabei, du hast sie immer unterstützt, sei es, wie es sei. Im Pfarrhof, im Garten, in der Kirche legtest du Hand an, Mähen, Gemüse bauen, Pferdeflüstern, lüften, einheizen und ein Tratscherl dann und wann. Du hast dich nie nach dem Rampenlicht gesehnt, es eher gemieden, dieses ist meist Jacek und Hannes vorbehalten geblieben. Du warst immer sehr ruhig und immer bescheiden, in der Ruhe liegt die Kraft, wirklich zu beneiden. Obwohl mit 66 das Leben erst beginnt, hast du dich entschieden, heim zu gehen nach Krakau zu deinen Lieben. Deine Entscheidung müssen wir respektieren und wünschen dir für die Pension in der Heimat Polen viel Gesundheit, Glück und Gottes Segen, der dich begleiten soll auf all deinen Wegen.
Lieber Josef, Danke für dein Dasein, deine Seelsorge, dein Wirken und deine Kunden bei uns in der Zöbinger Pfarre, in Gedanken und im Gebet sind und bleiben wir einander verbunden. Zur Erinnerung dürfen wir dir ein Bild der Kirche und Zöbinger Wein schenken, in der Hoffnung, du wirst gerne an uns zurückdenken. Auch die Kinder der Jungschar wollen dir ein selbstgemachtes Andenken übergeben, es ist ein besonderes Zeichen für Wertschätzung und Anerkennung für dich als Mensch und dein Leben."
Auch Bürgermeister Mag. Leopold bedankt sich seitens der Stadtgemeinde Langenlois beim scheidenden Vikar, der allseits geschätzt wurde. Dass Seelsorge ein besonderes wichtiger Punkt im Gemeindeverband ist, betont er. Auch wenn jeder für sich entscheiden muss, was Glaube bedeutet, so glauben alle Menschen an irgend etwas, das ihnen Halt gibt im Leben. Er hebt daher das Engagement des Seelsorgers besonders hervor, die nie auf Urlaub gegangen ist und immer da war, wenn er für andere pfarrliche Tätigkeiten übernahm und auch in den Orten stellvertretend gewirkt hat. Das zeichnet den scheidenden Pfarrer aus, da für ihn Seelsorge mehr war, als nur ein Beruf. Möge es gelingen, für Zöbing wieder einen engagierten Priester zu finden.
Abschließend wünschen auch die Musiker von der Orgelempore alles Beste mit einer musikalischen Überraschung.
Das Heimweh nach seinem Zuhause wird jetzt mit der polnischen Nationalhymne gemildert :-)
Mit diesem Stück verabschiedet sich das Bläserquartett, das mit der Ouvertüre von G.F. Händel (Wassermusik) begonnen hat, von Josef Haydn ein Andante spielte und außerdem mit "La Réjouissance" aus der Feuerwerksmusik von G.F. Händel überzeugte.
Gelobt wird zum Schluss noch mit diesem Lied.
Alle singen besonders kräftig mit oder dauert die Messe heute doch schon etwas zu lang ? ;-)
Auch die Engel in der Kirchen verneigen sich ein letztes Mal vor dem scheidenden Priester.
"Segne du Maria, unseren Priesterstand, reichen Segen spende, jeder Priesterhand. Segne alle Priester, die auf Erden sind, segne sie Maria, mit dem lieben Kind."
Sag zum Abscheid leis "Vergelt's Gott"!
Vor der Agape, zu der alle herzlich eingeladen wurden, gibt es noch Geschenke für den Herrn Pfarrer.
Und natürlich viel Applaus für seine getane Arbeit in der Pfarre.
"Kleine Menschen brauchen so große Herzen wie deines!" Mit diesen lieben Worten verabschiedete sich die Jungschar Zöbing.
Eine schöne Gemeinschaft, festgehalten für die Pfarrchronik!
Die Kirchentüre schließt sich für einen, ist aber natürlich weiterhin für alle Gläubigen offen :-)
Auf Wiedersehen und alles Beste für dich, lieber Herr Pfarrer!
"Jeden Tag sollen wir offen sein für neue Nachrichten und alte Gebete" (Ernst R. Hauschka)
Die Nachricht vom Scheiden des Pfarrers macht zwar betroffen aber Zöbing hofft auf eine ebenbürtige Nachfolge.
Zusammenkommen und kurz zusammenbleiben, das ist der Sinn der Agape.
Gespräche verbinden Menschen, vor allem in der Dorfgemeinschaft.
Wasser und Wein spielen bei der Gabenbereitung immer eine wichtige Rolle - jetzt beim gemütlichen Teil natürlich auch :-)
Ein Bild mit ehemaligen und aktiven Ortsvertretern zur Erinnerung ist auch noch gewünscht.
Jetzt steht dann der baldigen Abreise nichts mehr im Wege.
Zufrieden können auch die vier Musiker sein, die den Herrn Pfarrer musikalisch in bester Form verabschiedet haben.
Auch wenn so mancher dem Kirchgang am Sonntag nicht mehr nachkommt, für diese Pfarrgemeinschaft, die ihrem scheidenden Seelsorger Mag. Josef Prusek alles Beste wünscht, gehört er einfach dazu!
Gebet ist Beziehung, keine Leistung, heißt es. Auch die Gebetsrunde Zöbing weiß, dass Gebet und die Gegenwart Gottes das Leben des Menschen verändern kann. Darum traf man sich monatlich in der Kirche, um zu beten. Am 31. August 2020 zum letzten Mal und da verabschiedete man sich die Damen beim Vikar Josef Prusek. Es wurde dem Seelsorger für seine Zuversicht, sein Mittragen, seine Zuverlässigkeit und seine praktische Unterstützung herzlich gedankt.


Fotos: Ulli Paur


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